Humberto Horta Domínguez bringt frischen Wind in den deutschen Boxsport

Humberto Horta Domínguez bringt frischen Wind in den deutschen Boxsport

Kurz vor 16 Uhr versammeln sich die besten deutschen Boxer am Olympiastützpunkt in Heidelberg zum Training. Unter ihnen ist Ousainou Hansen, der als Athletensprecher den neuen Bundestrainer Humberto Horta Domínguez lobt: "Das Klima hat sich voll verändert. Es ist lockerer, aber man nimmt alles ernster und hat wieder Spaß am Sport." Horta Domínguez setzt auf feste Abläufe und Disziplin im Training. Er erklärt: "Wir können nicht heute so und morgen ganz anders arbeiten. Jeden Tag gibt es dieselben Abläufe: das Wiegen, Lauftraining, Krafttraining oder die Boxschule." Die Entscheidung, einen kubanischen Trainer zu verpflichten, war nicht einfach. Farid Vatanparast, der Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes, musste viel Überzeugungsarbeit leisten. Kuba gilt als eine der erfolgreichsten Nationen im olympischen Boxen, bekannt für technische Präzision und taktische Kontrolle. Horta Domínguez, ausgebildet in diesem System, bringt wertvolles Wissen mit. Er betont die Bedeutung der systematischen Ausbildung: "Die Trainer absolvieren zuerst eine vierjährige Grundausbildung, dann ein Studium, einen Master und manche sogar eine Promotion." Die kubanische Boxschule hat auch Wurzeln in der DDR. Adolf Angrick, ehemaliger Bundestrainer, erklärt, dass die Trainingsmethoden stark von der zentral organisierten Förderung und wissenschaftlichen Trainingssteuerung geprägt sind. Deutschland hat in den letzten Jahren den Anschluss verloren. Angrick warnt: "Wir waren international von der Sache der Athletik und von der Wettkampfstrategie nicht mehr ganz aktuell." Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles verfolgt die Nationalmannschaft nun eine Strategie, die mehr internationale Kämpfe und Reisen vorsieht. Vatanparast sagt: "Ich glaube, wir mussten erstmal ein paarmal verlieren, um wieder gewinnen zu können."

Source: Sportschau - 2026-05-29