Hamburgs Olympia-Abstimmung: Vage Visionen und offene Fragen zur Sportmetropole

Hamburg steht vor einer entscheidenden Abstimmung über die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. An jeder Straßenecke werben Plakate, darunter der Tennisprofi Alexander Zverev, der Spiele in seiner Heimatstadt als „Weltklasse“ bezeichnet. Der lokale Fischmarktsänger Aale-Dieter verspricht, die Spiele würden „zum Kassenschlager“. Der Fokus liegt auf dem geplanten Olympiastadion, das als Prestigeprojekt der Hamburger Bewerbung gilt. Unabhängig vom Abstimmungsergebnis soll das Stadion gebaut werden, auch wenn die Konkurrenz aus dem Ausland stark ist. Geplant ist der Bau auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Volksparkstadions, wo der Hamburger SV seine Heimspiele austrägt. Das neue Stadion soll mindestens 60.000 Plätze bieten und nach den Spielen in eine multifunktionale Arena für bis zu 70.000 Zuschauer umgewandelt werden. Die Finanzierung bleibt jedoch unklar, da ein privater Investor gefunden werden muss. Der rot-grüne Senat sieht die Notwendigkeit eines neuen Stadions, um Hamburg attraktiv zu halten, wobei die Kosten von mehreren Hundert Millionen Euro auf die Stadt und private Geldgeber verteilt werden sollen. Der HSV und seine Mitglieder fordern eine anständige Fußballarena, während die Skepsis unter den Sportverbänden, insbesondere den Leichtathleten, wächst. Die Befürworter der Olympiabewerbung argumentieren, dass die Spiele dringend benötigte Investitionen in die Infrastruktur bringen würden, während die „Nolympia“-Fraktion auf hohe, noch nicht konkretisierte Kosten hinweist. Das Referendum könnte am 26. September eine entscheidende Wende bringen, wenn die olympischen Mitgliedsverbände darüber entscheiden, welche Region sich beim IOC bewerben soll.
Source: SZ.de - 2026-05-29