Jürgen Klinsmann fordert Titelanspruch von DFB-Team bei der WM 2026

Für die deutsche Nationalmannschaft kann es bei der kommenden Weltmeisterschaft laut Jürgen Klinsmann nur ein Ziel geben: den Titel. Der frühere Bundestrainer und Weltmeister von 1990 hat die Erwartungen an die DFB-Auswahl deutlich formuliert und gleichzeitig Kritik am Umgang mit dem EM-Aus 2024 geübt. Im Gespräch mit der Rheinischen Post machte Klinsmann unmissverständlich klar, dass Deutschland bei einer WM immer mit höchsten Ansprüchen antreten müsse. „Wir haben die Verpflichtung, immer den WM-Titel ins Visier zu nehmen“, erklärte der 61-Jährige. Ein Viertel- oder Halbfinale dürfe aus seiner Sicht niemals als Erfolg gewertet werden. Besonders das Narrativ rund um die Heim-Europameisterschaft 2024 sieht Klinsmann kritisch. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien wurde Deutschland vielerorts für das Turnier gelobt, was Klinsmann als falschen Ansatz betrachtet. „Ich war schockiert, als es hieß, die Europameisterschaft war ein Erfolg mit dem Aus im Viertelfinale“, sagte Klinsmann deutlich. Er zog Vergleiche zu seiner aktiven Karriere, als die Mannschaft nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM 1994 gegen Bulgarien massive Kritik einstecken musste. Klinsmann betont, dass damals niemand versuchte, ein Scheitern schönzureden. Mit seiner Titel-Ansage liegt Klinsmann jedoch auf einer Linie mit Bundestrainer Julian Nagelsmann, der ebenfalls erklärte, dass Deutschland bei der WM 2026 Weltmeister werden wolle. Klinsmann begrüßt diesen offensiven Anspruch und fordert volle Konzentration auf den sportlichen Erfolg. Skeptisch äußerte sich Klinsmann zum neuen XXL-Format der Weltmeisterschaft und befürchtet, dass das Turnier durch die Erweiterung auf 48 Mannschaften an Qualität verlieren könnte. „Ich habe die Sorge, dass es verwässert“, erklärte der frühere Stürmer und warnte davor, politische Diskussionen rund um Gastgeberländer zu stark in den Vordergrund zu rücken.
Source: 90PLUS - 2026-05-29